Ein ganzes halbes Jahr

Ein ganzes halbes Jahr – eine unfassbare Geschichte

Eine Hörspielrezension zu  Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes.

Ein ganzes halbes JahrAutor: Jojo Moyes
Verlag: Argon Verlag
Originaltitel: Me before you
Reihe: Lou und Will (2 Bände)
Spieldauer: 885 Minuten
ISBN: 978-3-8398-1311-9
Erscheinungsdatum: 23.10.2013
Sprecher: Romanus Fuhrmann, Luise Helm, Ulrike Hübschmann
Bewertung:
 

Inhalt von Ein ganzes halbes Jahr

Nachdem Lou ihren Job im Café verloren hat, muss sie sich nun eine neue Arbeit suchen. Eines der Jobangebote ist die Pflege um den jungen Will Traynor . Dieser ist durch einen Motorradunfall gelähmt und hat damit auch seinen Lebenswillen verloren. Zunächst kommt Lou nur schwer mit Will, der keinen Kommentar an ihr auslässt, klar. Er scheint nur wenig Begeisterung an der etwas hilflosen, tollpatschigen aber fröhlichen Lu zu finden.

Meine Meinung  

Eigentlich gehört diese Art von „Büchern“ nun wirklich zu den Büchern die ich gerne lese. Allerdings, bei Hörbüchern bin ich nicht wählerisch, was das Genre betrifft. Deshalb habe ich mir für die Zeit, in der ich am PC arbeite, den Bestseller Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes vorgenommen – ich war begeistert und traurig zugleich.

Tolle Charaktere

Ich mochte Lou auf Anhieb. Sie ist mir verdammt ähnlich, denn genau wie sie komme ich in bestimmten und neuen Lebenssituationen kaum klar. Ihre Familie erinnert mich stark an meine eigene. Ihre Eltern können sich die dummen Kommentare nur selten verkneifen und ihre Schwester ist ein wenig eingebildet, weil sie superschlau ist. Doch sie wächst an ihren Aufgaben. Nur mit Will tat ich mich anfangs ziemlich schwer. Für mich war er ein Jammerlappen. Im Nachhinein bereue ich diese Einstellung. Denn ich selbst war ja noch nie in derselben Lage wie Lou oder Will. Doch Jojo Moyes bringt einem die Verzweiflung, die Hilflosigkeit und den verlorenen Lebensmut so nahe, dass sich ich erst zum Schluss verstand, wie Will sich fühlen muss. Auch Lou verstand ich nach und nach immer mehr und weinte zum Schluss sogar mit ihr.

Wieder mit dabei: Sterotypen

Doch es gibt auch typische Sterotypen. Wills Mutter ist die Art Mensch, mit der ich ebenfalls schon häufig zu tun hatte und die man immer wieder trifft. Ein Blick als hätte sie in eine Zitrone gebissen, der zudem ständig auf die Finger von Lou gerichtet ist und die an allem etwas auszusetzen hat. Dazu noch Wills Vater, der sich scheinbar kaum für das Leben seines Sohnes interessiert. Lous Freund Patrick ging mir nach einiger Zeit ziemlich auf den Keks … ich mag ihn nicht.

Toll vorgetragen

Das Hörbuch an sich war gut vorgetragen. Wenn man lange genug hört, verfällt man allerdings nach und nach in eine Art Trance, weil die Stimme von Luise Helm so ruhig vorgetragen wurde. Allerdings der witzige, sarkastische Ton des Buches kommt hervorragend rüber und ließ mich mehr als einmal schmunzeln.

Ich-Form

Das Buch/Hörbuch ist in der Ich-Form verfasst. Nicht nur aus der Luos. Sondern auch aus der Sicht von Wills Mutter, ihrer Schwester, und sogar aus der Sicht von Wills Vater. Zwar sind das nur ein-zwei Kapitel, dennoch, es ist gut auch mal die Gefühlswelt der anderen Figuren kennenzulernen. Denn so hat sich mein Blick auf diese drei Charaktere geändert.

Fazit

Das Buch wurde hervorragend vorgetragen und die Story ist interessant, teilweise spannend und traurig zugleich. Ich konnte mich tatsächlich auf eine Gefühlsreise begehen und das, was Jojo Moyes  geschrieben hat, so unglaublich gut verstehen. Gerade weil das Thema Behinderung und Selbstmord eher selten genannt wird, habe ich dank des Buches einen ganz neuen Blick darauf bekommen. Ich bin schon gespannt, wie es weiter geht in Band 2 bzw. Hörspiel 2.

PS: Wer es noch nicht wusste, der Film kommt im Juni in die Kinos.

positiv negativ
  • wunderbar vorgetragen
  • eine Geschichte – traurig-schön
 

Reihe:
1. Ein ganzes halbes Jahr
2. Ein ganz neues Leben

Quelle & Copyright für Cover bei: http://www.argon-verlag.de

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