Pandora - Wovon träumst du?

Pandora – Wovon träumst du?- erschreckend realistisch

Eine Buchrezension zu Pandora – Wovon träumst du? von Eva Siegmund.

Pandora - Wovon träumst du?
Autor: Eva Siegmund
Verlag: Cbt
Seiten: 496
ISBN: 978-3-570-31059-5
Preis: 12,99, Klappenbroschur
Erscheinungsdatum: 11.04.2016
Bewertung:

 

Klappentext von Pandora – Wovon träumst du?

Sophie lebt in einer Welt, in der alle durch einen Chip im Kopf jederzeit unbeschwert online gehen können. Als sie erfährt, dass sie adoptiert ist und eine Zwillingsschwester hat, erkunden die Mädchen damit ihre Vergangenheit – und stoßen schon bald auf seltsame Geheimnisse. Ihre Recherchen bringen den Sandman auf ihre Spur. Er will die Menschheit mithilfe eines perfekt getarnten Überwachungssystems beherrschen, und nur die Zwillinge können ihn und seine allmächtige NeuroLink Solutions Inc. zu Fall bringen. Doch das bringt sie in höchste Gefahr …

Meine Meinung

Zwei Welten treffen aufeinander

Liz, eigentlich Elisabeth und Sophie sind Zwillinge. Leider ohne davon zu wissen. Erst als ihr leiblicher Vater im Gefängnis stirbt und ihnen der Notar ihr Erbe überreichen will, treffen die beiden das erste Mal aufeinander. Eine große Überraschung für die beiden, stammen sie doch aus zwei unterschiedlichen Welten. Sophie wuchs bei ihrem Adoptivvater, einem Restaurator, auf. Ihre „Mutter“ starb, als sie drei war. Sie lebt in recht normalen Verhältnissen. Kein Luxus, aber auch keine vollkommene Armut. Dagegen wuchs ihre Schwester, Liz in Verhältnissen aus, die für uns unerschwinglich sind. Ihre Adoptiveltern besitzen Geld, sie wohnt in einer riesigen Villa mit Personal und sie führt ein Leben der oberen Klassen. Das Chaos scheint also vorprogrammiert. Doch schnell merken die beiden, dass sie nicht nur Zwillinge sind, sondern, dass die beiden auch eine gemeinsame Vergangenheit teilen. Um dem Geheimnis ihrer leiblichen Eltern auf die Schliche zu kommen, begeben sie sich auf ein schockierendes Abenteuer.

Kleines aber feines Dystopie-Abenteuer

Ich muss wirklich sagen, dass Pandora – Wovon träumst du? einmalig war. Ein kleines aber feines Dystopie-Abenteuer, ganz nach meinem Geschmack. Kaum angefangen fiel es mir sehr schwer wieder damit aufzuhören. Obwohl die Geschichte aus der Sicht von Liz und Sophie geschrieben ist, mochte ich Sophies Ansicht lieber. Sie war so normal. Im Gegensatz zu Liz ist sie ein Mauerblümchen, sehr zurückhaltend und schüchtern. Liz war mir dagegen zunächst zu überheblich und zu arrogant. Allerdings, das änderte sich schnell. Weitere Personen sind unter anderem Sash, Marek und der Hacker Brother Zero. Letzteren fand ich auf irgendeine Art und Weise doch … interessant. Eine oder eher zwei kleine Liebesgeschichten gibt es zwar auch, aber sonderlich spannend oder interessant sind sie nicht.

Spannung nur zu Anfang

Leider muss ich wie immer auch ein wenig Kritik äußern. Zwar beginnt Pandora – Wovon träumst du? sehr interessant, teilweise auch spannend, aber leider lässt das gegen Ende nach. Ich hätte mir gewünscht, dass das Thema, die Story, vielleicht etwas tief greifender wäre. Aber da das Buch nur 496 Seiten hat, passt es schon. Leider ist ab der zweiten Hälfte alles sehr vorhersehbar, ein paar Plotttwist hätten die Spannung etwas erhört. Jedoch war mir schon nach kurzer Zeit klar, was genau mit den Eltern der Zwillinge passiert ist und wer der „Täter“ ist. Es war keine Überraschung. Aber das ist wie gesagt nur meine Ansicht.

Guter Schreibstil

Ansonsten mochte ich besonders denn Schreibstil. Wie bereits erwähnt hat Eva Siegmund aus der Sicht von Liz, Sophie und auch aus der Sicht des Sandmans geschrieben. Der Text war sehr flüssig zu lesen. An einigen Stellen hab ich geschmunzelt. Sehr bildlich geschrieben ist es außerdem. Was ich persönlich interessant finde, war, dass einige sogenannte Lost Places in dem Buch auftauchten. Als kleiner Lost Place Fan, fand ich es toll, dass Orte wie der Spreepark, hier wieder ihren Nutzen fanden. Aber das nur am Rande.

Wow, welche faszinierende Hintergrundidee

An sich finde ich die Story von Pandora – Wovon träumst du? höchst interessant. Die Idee, dass die Menschen in nicht allzu ferner Zukunft Chips in ihrem Kopf tragen und das dieser als Smartphone-Ersatz dient, ist nicht unrealistisch. Ganz im Gegenteil, schon jetzt wirkt die in dem Buch erzählte Variante sehr real und könnte durchaus schon im Hier und Jetzt spielen. Ein Thema, das uns alle angeht und über das wir wirklich noch mal gründlich nachdenken sollten. Als jemand der ohnehin beruflich mit Werbung zu tun hat, gerade im Bereich der Suchmaschinen, konnte ich es mir erst recht vorstellen. Denn das, was Eva Siegmund beschreibt, ist durchaus möglich … leider.

Erschreckende Ausmaße

Pandora – Wovon träumst du? zeigt die erschreckenden Ausmaße dessen, was bereits in unserer Welt geschieht. Schon jetzt werden wir über unsere Smartphones, Tablets und am PC mit solcher „Werbung“ beeinflusst ohne es selber mitzubekommen. Außerdem, wer sagt uns, dass nicht auch unsere Politiker mittlerweile durch genau solche „Werbung“ beeinflusst werden. Das Kriege, Terrorismus und dergleichen ihren Auslöser bereits in solchen Willenslenkungen haben? Dank Eva Siegmund, ist es durchaus vorstellbar, oder nicht?

 

Fazit

Pandora – Wovon träumst du? könnte getrost im Hier und Jetzt spielen. Eva Siegmund zeigt uns, wie wichtig es ist, wie wir mit unseren Daten umgehen sollten, dass wir nicht unbedingt jedem technischen Trend folgen sollten und das dieser nicht immer nur dem Guten dienen.

positiv negativ
  • kleines aber feines Dystopie-Abenteuer
  • unterschiedliche Charaktereigenschaften der beiden Protagonistinnen
  • schöner Schreibstil
  • Hintergrund der Story
  • Spannung fällt gegen Ende massiv ab
  • keine großen Überraschungen, Story sehr vorhersehbar

 

Quelle & Copyright für Cover, Klappentext, Lesprobe bei: https://www.randomhouse.de

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